„Biji Berxwedan, Biji Jiyan – Es lebe der Widerstand, es lebe das Leben“ – Reisebericht aus Rojava II

Ulf Petersen reiste im Oktober 2014 nach Nord-Kurdistan und zur Grenze von Kobani. Dabei erlebte er den Krieg durch den IS und die verzweifelte Situation tausender Flüchtlinge. Er erlebte aber auch den entschlossenen Widerstand der kurdischen Bevölkerung, welche ihre eigene Utopie aufbaut und verteidigt. Dazu besuchte er kurdische Familien im Grenzgebiet, sah die riesigen Flüchtlingslager und sprach mit YPG/YPJ-AktivistInnen.

Nachdem uns Anja Flach im November Einblicke in das Leben der Frauen in Rojava und den Aufbauprozess der Gesellschaft gegeben hat, wird uns Ulf Petersen seine sehr aktuellen Einblicke aus diesem Krisengebiet mitteilen und uns eine Einschätzung geben ob und wie das Projekt Kurdistan gelingen kann. Dabei wirft er einen besonderen Blick auf die Herkunft des Widerstandsgeistes, die kurdische Identität.

Der Vortrag findet am 25. 02 im Schloss (Raum S 1) um 19:30 Uhr statt.

Eine Veranstaltung der Gruppen: Antifaschistische Bildungsinitiative Münsterland, Perspektive Rojaya. Solidaritätskomittee Münster, Antifaschistische Linke Münster, YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan), Interventionistische Linke (IL) Münster . Unterstützt durch: AStA der Uni Münster

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Vortrag: Frauenrevolution und demokratische Autonomie in Rojava und Nordkurdistan

Anja Flach, Frauenaktivistin und Ethnologin, reiste im Mai 2014 mit einer Delegation der Kampagne Tatort Kurdistan nach Rojava (Nordsyrien). Sie berichtet über den Aufbauprozess dieses alternativen Gesellschaftsmodells, der Rolle der Frauen darin und die aktuelle politische Situation.

Hinter der Demokratischen Autonomie steht die Idee eines alternativen Gesellschaftsmodells, von einem freien, demokratischen, ökologischen und geschlechtergerechten Leben. In Rojava (Nordsyrien) und in Nordkurdistan (Südosttürkei) ist dieses Modell im Aufbau. Insbesondere in Rojava ist es der Bevölkerung seit der Vertreibung der verbliebenen Überreste syrischer Regierung am 19.7.2012 gelungen, eine demokratische Selbstverwaltung aufzubauen. Die Bevölkerung organisiert nun alle ihre Lebensbereiche selbst: Die Selbstverwaltung basiert auf einem mehrschichtigen Rätesystem, das sich von unten nach oben organisiert. Eine eigene Verteidigungsstruktur mit autonomen Fraueneinheiten, die mittlerweile fast die Hälfte der gesamten Verteidigung ausmachen, wurde etabliert, ebenso eine alternative Ökonomie in Form von Kooperativen, die nicht mehr der Profitlogik folgt. Ein umfangreiches Bildungssystem ermöglicht den Menschen die permanente Weiterbildung in verschiedenen inhaltlichen Fragen und in Bezug auf die politischen Arbeiten. Darüber hinaus ist ein Rechtssystem im Aufbau, das davon ausgeht, dass Menschen sich verändern können und das darauf abzielt, die Menschen für Ideen zu gewinnen, anstatt sie zu bestrafen.

Frauen spielen in diesem Aufbauprozess eine wesentliche Rolle. In allen Bereichen gibt es autonome Frauenstrukturen wie Frauenräte und Frauenakademien, in allen gemischten Bereichen eine 40 %-Geschlechterquote und die Regel einer Doppelspitze. Das heißt, Leitungsfunktionen wie Bürgermeister*innenämter werden grundsätzlich von einer Frau und einem Mann besetzt.

Der Vortrag findet am 26. 11 im Schloss (Raum S 1) um 18:30 Uhr statt.

Eine Veranstaltung der Gruppen: Interventionistische Linke Münster, Emanzipatorische Antifa Münster, Antifaschistische Linke Münster, Antifaschistische Bildungsinitiative Münsterland, YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan) & Die Linke.SDS. Unterstützt durch: AStA der Uni Münster, Frauenreferat des AStA der Uni Münster

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

NSU-Untersuchungsausschuss in NRW: Die Chance auf Aufklärung nutzen!

Wir unterstützten die Stellungnahme von NSU-Watch NRW zur Einrichtung des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Im Folgenden dokumentieren wir die Erklärung:

Stellungnahme von NSU-Watch NRW

Noch im November 2014 soll in NRW ein vom Landtag eingesetzter „Parlamentarischer Untersuchungsausschuss“ (PUA) zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) mit seiner Arbeit beginnen. Ein längst überfälliger Schritt, den wir ausdrücklich begrüßen. Denn mindestens zwei Bombenanschläge in Köln und die Ermordung von Mehmet Kubaşık in Dortmund gehen auf das Konto des NSU. Ob es weitere Anschläge und Morde des NSU in NRW gab, ist unbekannt. Um die Arbeit des Untersuchungsausschusses zu begleiten, haben wir in Anlehnung an das bundesweite Projekt „NSU Watch“ das Projekt „NSU-Watch NRW“ gegründet.
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Vortrag mit NSU-Watch zum Stand der Aufklärung im NSU-Komplex

Seit gut einem Jahr läuft vor dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen der Pro­zess gegen Beate Zschä­pe und vier mut­maß­li­che Hel­fer aus der Neo­na­zi-​Sze­ne, denen die Be­tei­li­gung an den Mord­ta­ten des „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grunds“ (NSU) vor­ge­wor­fen wird. Da trotz zahl­rei­cher neuer In­for­ma­tio­nen ist auch zwei­ein­halb Jahre spä­ter das Bild des NSU-​Kom­ple­xes für Au­ßen­ste­hen­de nicht un­be­dingt über­sicht­li­cher ge­wor­den, haben wir zusammen mit weiteren PartnerInnen am 25. Juni 2014 eine Infoveranstaltung organisiert. Zwei VertreterInnen von NSU-Watch zeigen in ihrem Vortrag, wel­ches Bild des NSU sich heute zeich­net. Im ersten Teil des Vortrags wurde ein kurzer Film vom Schweigemarsch 2006 in Kassel gezeigt, bei dem mehrere tausend Menschen unter dem Motto „Kein 10. Opfer“ demonstrierten.

Theaterstück: V wie Verfassungsschutz


Ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis und Kurt-Hackenberg-Preis 2012

Wenn der Verfassungsschutz eine Theatergruppe wäre, würde er dieses Stück mit Sicherheit aufführen, um festzustellen wer im Publikum sitzt. Dem Verfassungsschutz nahe zu kommen scheint unmöglich, also folgt das Kölner nö-theater den tödlichen Spuren des NSU durch die Republik und entwickelt aus den Eindrücken ein Theaterstück, eine Geschichte die nicht hätte passieren dürfen.

„Jetzt werden gerade die NSU-Morde aufgerollt – und schon wieder waren Janosch Roloff und das nö-theater schneller und vielleicht sogar gründlicher mit ihrer aufwendig und differenziert recherchierten Produktion. Wenn die Bühne der Wahrheitsfindung näher zu kommen scheint als die Realität, ist das ein seltenes Wunder.“ (aus der Laudatio des Kölner Theaterpreises)

„Kein wohlmeinendes Betroffenheitsstück, sondern kraftvolles, originelles Polittheater. V wie verbal und visuell vielfältig, Verstand versprühend. Vorzüglich!“ (Kölner Stadtanzeiger)

Es spielen: Talke Blaser, Felix Höfner und Asta Nechajute
Inszenierung: Janosch Roloff

Freitag, 3. Mai 2013 / 19:00 Uhr
]pg[ Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstraße 10, 48145 Münster

Eintritt: 8 Euro, Ermäßigt: 4 Euro

Eine Kooperationsveranstaltung der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland, des Jugendzentrums im Paul-Gerhardt-Haus und der Theater-Mafia, unterstützt durch den AStA der FH Münster.

Nazi-Terror und Geheimdienst-Skandal

Am Mittwoch den 07.11.2012 war Katharina König, die als Thüringische Landtagsabgeordnete der LINKEN im dortigen NSU Untersuchungsauschuss sitzt, zu Gast in Münster. Sie berichtete in ihrem Vortrag „Nazi-Terror und Geheimdienst-Skandal“ über die Thüringer Naziszene aus der Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhard stammten, als auch über die „Aufarbeitung“ der NSU Mordserie sowohl in den Untersuchungsausschüssen als auch in der Jena Stadtgesellschaft.

Den Mitschnitt der Veranstaltung könnt ihr hier nach hören:

Searchlight im März: Rechtsterrorismus

“Kein 10. Opfer!”? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates.

Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und „rassische“ GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische „Nationale Widerstand“ heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die „Volksfeinde ins Visier“ und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar. Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht.

Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des „Rechtsterrorismus“ beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex „NSU“ Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.

mit ReferentInnen des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum e.V. (apabiz) aus Berlin.

Donnerstag, 22. März 2012 // 20.00 Uhr
Club Courage // Friedensstraße 42 // Münster

Die VeranstalterInnen behalten sich vor Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Searchlight im Janaur

Rechtspopulismus in Skandinavien

Rückblick und Bestandsaufnahme sechs Monate nach dem Massenmord in Norwegen

Die Brutalität und Kaltblütigkeit, mit der das Attentat in Norwegen im Juli 2011 durchgeführt wurde, hat in der ganzen Welt für Aufsehen gesorgt. Dass der Attentäter norwegischer Abstammung ist, hat die klassischen Erklärungsmuster für Terrorismus zudem völlig auf den Kopf gestellt, nutzlos gemacht und viele neue Fragen aufgeworfen. Bei der Suche nach Motiven und Ursachen geriet zunehmend der sich in Europa immer mehr ausbreitende Rechtspopulismus in den Fokus der Betrachtung.
Der Vortrag geht mit Schwerpunkt auf Norwegen und Dänemark auf die Entwicklungen des Rechtspopulismus in den skandinavischen Ländern ein.

Hat der Rechtspopulismus eine (Mit-)Schuld an dem Massaker in Norwegen? Eingegangen wird auch auf länderspezifische Unterschiede und darauf, wie in den rechtspopulistischen Parteien auf den Anschlag reagiert und welche Konsequenzen gezogen wurden. Last but noch least stellt sich auch die Frage, wieso rechtspopulistische Parteien in den skandinavischen Ländern deutlich erfolgreicher sind als in Deutschland.

Der Referent, Torben Johannsen, ist Auslandskorrespondent für Skandinavien des Antifaschistischen Infoblattes (aib) und lebt in Dänemark. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.

Donnerstag, 26. Januar 2012 / 19.00 Uhr (!)
Club Courage / Friedensstraße 42 / Münster

Eine Veranstaltung der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland in Kooperation mit der Antifaschistischen Linken Münster.

Searchlight im November

»Autonomie ist unser Widerstand«

Der zapatistische Aufstand in Chiapas/Mexiko und seine Auswirkungen auf die linke Bewegung in Europa

Warum begannen am 1. Januar 1994 Zehntausende indigene Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die sich nach dem Revolutionsgeneral Emiliano Zapata ‘Zapatistas’ nennen, im südmexikanischen Chiapas ihre Rebellion? Wie konnte es gelingen autonome Parallelstrukturen zum repressiven mexikanischen Staat aufzubauen? Welche Initiativen haben sie gestartet, um ihre Rebellion unter dem Motto ‘Alles für Alle!’ auszuweiten? Und wieso erfahren sie so viel solidarische Unterstützung in Mexiko und auf globalem Niveau?
Die Info-Veranstaltung, die in Kooperation mit der Gruppe B.A.S.T.A. stattfindet, thematisiert die facettenreiche soziale Bewegung der Zapatistas. Der Aufstand von 1994 hatte einen erheblichen Einfluss auf die europäische und deutsche Linke. Ebenso wie die Geschichte der zapatistischen Bewegung soll demnach auch deren Auswirkung und Inspiration auf emanzipatorische Bewegungen weltweit und vor allem in Deutschland durch ihre undogmatische linke Politik aufgezeigt werden.

24. November 2011
20.00 Uhr

Club Courage / Friedensstraße 42 / Münster

Veranstaltung: Genova 2001 – 10 Jahre danach

Gesprächsrunde mit damals aktiven Linken zur Bedeutung und den Folgen der “Tage von Genua”

In diesem Jahr jähren sich die Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua zum zehnten Mal. 2001 versammelten sich über 300.000 Menschen in der norditalienischen Hafenstadt, um gegen das Weltwirtschaftstreffen der Regierungschefs der acht reichsten und mächtigsten Industrieländer zu demonstrieren.

Die Gipfelproteste waren überschattet von brutaler Polizeigewalt: Die paramilitärischen Carabinieri griffen die Demonstrationszüge an. Während der Auseinandersetzungen erschossen sie den 23-jährigen militanten Linken Carlo Giuliani. Unzählige Demonstrierende wurden in den Straßen Genuas oder bei der nächtlichen Stürmung der Diaz-Schule, einem Schlafplatz der Gipfelgegner_innen, schwer verletzt. In den Polizeikasernen wurden die Gefangenen gefoltert und gedemütigt. Das Schlagwort von den „chilenischen Nächten“ brachte die Fassungslosigkeit über das Ausmaß der Polizeigewalt zum Ausdruck, das viele in einem EU-Staat nicht für möglich gehalten hätten. (mehr…)