Reihe: Antifa sichtbar machen! Perspektiven antifaschistischer Politik.

Veranstaltungsreihe Juli bis Dezember 2018



Wir sind froh, die folgende Veranstaltungsreihe anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Antifaschistischen Linken Münster unterstüzen zu dürfen. Alle Veranstaltungen finden in der Kneipe „Leo 16″, Herwarthstraße 7 in Münster, statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

5. Juli – NSU-Watch¶
„Aufklären und Einmischen!“ NSU-Watch und die Rolle antifaschistischer Prozessbeobachtung

Vor über fünf Jahren gründete sich das antifaschistische Projekt NSU-Watch, um den NSU-Prozess in München zu beobachten. Ohne eine antifaschistische Perspektive wäre die gesellschaftliche Rezeption des Prozesses und des gesamten NSU-Komplexes eine andere. NSU-Watch rückt den gesamtgesellschaftlichen Rassismus in den Fokus, widerspricht der „Trio-These“ und fragt nach der Rolle der Behörden. Aufmerksamkeit soll vor allem den Perspektiven der Angehörigen der Opfer und den Betroffenen zuteil werden.
Neben der Projektvorstellung wollen wir darüber sprechen, wie es nach dem Ende des Prozesses weitergehen soll und was die Rolle von Antifaschist*innen beim Kampf um weitere Aufklärung sein könnte.


2. August fabb (f_antifa brandenburg)¶
“Antifa bleibt Handarbeit” Feministische Antifapolitik abseits der Großstadt

Das Erstarken von extrem rechten und rechtsaußen-Positionen beschert auch antifeministischen Positionen ein Comeback. Gleichzeitig gehört eine dezidiert
feministische Haltung, die über das typische Antisexismus-Statement hinausgeht, noch immer nicht zur Grundausstattung vieler Antifa-Gruppen.
Referentinnen der fabb (f_antifa brandenburg) werden in diesem Vortrag die Notwendigkeiten, historischen Bezüge, Arbeitsfelder und Ideen von feministischer Antifa-Politik beleuchten. Zudem werden sie einen Einblick in ihre praktische Arbeit geben, die sich vor allem auf Räume abseits der Großstadt in Ostdeutschland fokussiert.

4. Oktober – Antifa Podiumsgespräch¶
„Schon wieder ein Naziaufmarsch“ Antifa-Arbeit zwischen Abwehrkampf und Aufbau eigener Strukturen

Wie gestaltet sich Antifa-Arbeit in Städten mit einer gut organisierten, gewalttätigen und international vernetzten Neonaziszene? Welche Aspekte von Antifa-Arbeit sind neben der extrem rechten Szene oftmals nicht sichtbar? Wer denkt bei Dortmund und Hamm schon an linke Kneipen, Veranstaltungen oder regionale und überregionale Vernetzung? Gibt es stadtpolitischen Faktoren die hilfreich bei der Bekämpfung der extremen Rechten sind?
In einem Gespräch mit Aktivist:innen aus Hamm und Dortmund stellen wir viele Fragen und sprechen über den Alltag von Antifa-Arbeit zwischen Naziaufmärschen, rechter Gewalt und Elektroparties.

1. November – Erinnerungsarbeit¶
Wen erinnern? Wie Gedenken? Antifaschistische Erinnerungsarbeit

Erinnern und Gedenken an den Nationalsozialismus und seine Opfer ist immer Teil antifaschistischer Arbeit gewesen. Seit den 90er Jahren ist zudem die Frage nach der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt nach 1945 und ihren Opfern in den Fokus gerückt. Inwiefern wird an diese Opfer erinnert? Welche Formen von Gedenkarbeit gibt es? Und welche gesellschaftliche Relevanz hat Erinnerungs- und Gedenkarbeit zu den jeweiligen Kontexten?
Aktivist:innen des antifaschistischen Projekts 271 und die Journalistin Heike Kleffner, die 2000 gemeinsam mit Frank Jansen die erste umfassende und seitdem mehrfach aktualisierte Recherche “Todesopfer rechter Gewalt seit 1990” veröffentlichte, werden mit uns über ihre Perspektiven auf antifaschistische Gedenkarbeit sprechen.

06. Dezember Antifa und Parlamentarismus – Katharina König¶
“Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln?” – Antifa im Parlament

Antifaarbeit findet auch in Parlamenten statt. Uns interessiert, wie sich die Arbeit dort von außerparlamentarischer Arbeit unterscheidet. Wie bereichern oder stören sie sich gegenseitig? Ist diese Trennung überhaupt sinnvoll? Ergeben sich für Abgeordnete mit dem Schwerpunkt Antifa besondere Schwierigkeiten?
Die Möglichkeiten und Chancen, aber auch Probleme und Widersprüche, die dieser Arbeitsplatz bietet, werden wir mit Katharina König-Preuss diskutieren. Sie ist Abgeordnete für Die Linke im Thüringer Landtag und Sprecherin für Antifaschismus. Sie engagiert sich für eine antifaschistische Linke im Landtag, unter anderem im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum NSU.

Kooperationspartner*innen
Die Veranstaltungen dieser Reihe werden unterstützt durch die „Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW“, die „Antifaschistische Bildungsinitative Münsterland“, das Leo:16-Kollektiv und das Autonome Frauenreferat des AStA der Uni Münster


Hinweis der Veranstalter*innen: Mitglieder extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien oder Organisationen, sowie Personen, die der rechten Szene angehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit durch rassistische Wortbeiträge aufgefallen sind und Veranstaltungen gestört haben, sind von der Teilnahme an den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

„Biji Berxwedan, Biji Jiyan – Es lebe der Widerstand, es lebe das Leben“ – Reisebericht aus Rojava II

Ulf Petersen reiste im Oktober 2014 nach Nord-Kurdistan und zur Grenze von Kobani. Dabei erlebte er den Krieg durch den IS und die verzweifelte Situation tausender Flüchtlinge. Er erlebte aber auch den entschlossenen Widerstand der kurdischen Bevölkerung, welche ihre eigene Utopie aufbaut und verteidigt. Dazu besuchte er kurdische Familien im Grenzgebiet, sah die riesigen Flüchtlingslager und sprach mit YPG/YPJ-AktivistInnen.

Nachdem uns Anja Flach im November Einblicke in das Leben der Frauen in Rojava und den Aufbauprozess der Gesellschaft gegeben hat, wird uns Ulf Petersen seine sehr aktuellen Einblicke aus diesem Krisengebiet mitteilen und uns eine Einschätzung geben ob und wie das Projekt Kurdistan gelingen kann. Dabei wirft er einen besonderen Blick auf die Herkunft des Widerstandsgeistes, die kurdische Identität.

Der Vortrag findet am 25. 02 im Schloss (Raum S 1) um 19:30 Uhr statt.

Eine Veranstaltung der Gruppen: Antifaschistische Bildungsinitiative Münsterland, Perspektive Rojaya. Solidaritätskomittee Münster, Antifaschistische Linke Münster, YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan), Interventionistische Linke (IL) Münster . Unterstützt durch: AStA der Uni Münster

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Vortrag: Frauenrevolution und demokratische Autonomie in Rojava und Nordkurdistan

Anja Flach, Frauenaktivistin und Ethnologin, reiste im Mai 2014 mit einer Delegation der Kampagne Tatort Kurdistan nach Rojava (Nordsyrien). Sie berichtet über den Aufbauprozess dieses alternativen Gesellschaftsmodells, der Rolle der Frauen darin und die aktuelle politische Situation.

Hinter der Demokratischen Autonomie steht die Idee eines alternativen Gesellschaftsmodells, von einem freien, demokratischen, ökologischen und geschlechtergerechten Leben. In Rojava (Nordsyrien) und in Nordkurdistan (Südosttürkei) ist dieses Modell im Aufbau. Insbesondere in Rojava ist es der Bevölkerung seit der Vertreibung der verbliebenen Überreste syrischer Regierung am 19.7.2012 gelungen, eine demokratische Selbstverwaltung aufzubauen. Die Bevölkerung organisiert nun alle ihre Lebensbereiche selbst: Die Selbstverwaltung basiert auf einem mehrschichtigen Rätesystem, das sich von unten nach oben organisiert. Eine eigene Verteidigungsstruktur mit autonomen Fraueneinheiten, die mittlerweile fast die Hälfte der gesamten Verteidigung ausmachen, wurde etabliert, ebenso eine alternative Ökonomie in Form von Kooperativen, die nicht mehr der Profitlogik folgt. Ein umfangreiches Bildungssystem ermöglicht den Menschen die permanente Weiterbildung in verschiedenen inhaltlichen Fragen und in Bezug auf die politischen Arbeiten. Darüber hinaus ist ein Rechtssystem im Aufbau, das davon ausgeht, dass Menschen sich verändern können und das darauf abzielt, die Menschen für Ideen zu gewinnen, anstatt sie zu bestrafen.

Frauen spielen in diesem Aufbauprozess eine wesentliche Rolle. In allen Bereichen gibt es autonome Frauenstrukturen wie Frauenräte und Frauenakademien, in allen gemischten Bereichen eine 40 %-Geschlechterquote und die Regel einer Doppelspitze. Das heißt, Leitungsfunktionen wie Bürgermeister*innenämter werden grundsätzlich von einer Frau und einem Mann besetzt.

Der Vortrag findet am 26. 11 im Schloss (Raum S 1) um 18:30 Uhr statt.

Eine Veranstaltung der Gruppen: Interventionistische Linke Münster, Emanzipatorische Antifa Münster, Antifaschistische Linke Münster, Antifaschistische Bildungsinitiative Münsterland, YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan) & Die Linke.SDS. Unterstützt durch: AStA der Uni Münster, Frauenreferat des AStA der Uni Münster

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

NSU-Untersuchungsausschuss in NRW: Die Chance auf Aufklärung nutzen!

Wir unterstützten die Stellungnahme von NSU-Watch NRW zur Einrichtung des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Im Folgenden dokumentieren wir die Erklärung:

Stellungnahme von NSU-Watch NRW

Noch im November 2014 soll in NRW ein vom Landtag eingesetzter „Parlamentarischer Untersuchungsausschuss“ (PUA) zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) mit seiner Arbeit beginnen. Ein längst überfälliger Schritt, den wir ausdrücklich begrüßen. Denn mindestens zwei Bombenanschläge in Köln und die Ermordung von Mehmet Kubaşık in Dortmund gehen auf das Konto des NSU. Ob es weitere Anschläge und Morde des NSU in NRW gab, ist unbekannt. Um die Arbeit des Untersuchungsausschusses zu begleiten, haben wir in Anlehnung an das bundesweite Projekt „NSU Watch“ das Projekt „NSU-Watch NRW“ gegründet.
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Vortrag mit NSU-Watch zum Stand der Aufklärung im NSU-Komplex

Seit gut einem Jahr läuft vor dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen der Pro­zess gegen Beate Zschä­pe und vier mut­maß­li­che Hel­fer aus der Neo­na­zi-​Sze­ne, denen die Be­tei­li­gung an den Mord­ta­ten des „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grunds“ (NSU) vor­ge­wor­fen wird. Da trotz zahl­rei­cher neuer In­for­ma­tio­nen ist auch zwei­ein­halb Jahre spä­ter das Bild des NSU-​Kom­ple­xes für Au­ßen­ste­hen­de nicht un­be­dingt über­sicht­li­cher ge­wor­den, haben wir zusammen mit weiteren PartnerInnen am 25. Juni 2014 eine Infoveranstaltung organisiert. Zwei VertreterInnen von NSU-Watch zeigen in ihrem Vortrag, wel­ches Bild des NSU sich heute zeich­net. Im ersten Teil des Vortrags wurde ein kurzer Film vom Schweigemarsch 2006 in Kassel gezeigt, bei dem mehrere tausend Menschen unter dem Motto „Kein 10. Opfer“ demonstrierten.

Theaterstück: V wie Verfassungsschutz


Ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis und Kurt-Hackenberg-Preis 2012

Wenn der Verfassungsschutz eine Theatergruppe wäre, würde er dieses Stück mit Sicherheit aufführen, um festzustellen wer im Publikum sitzt. Dem Verfassungsschutz nahe zu kommen scheint unmöglich, also folgt das Kölner nö-theater den tödlichen Spuren des NSU durch die Republik und entwickelt aus den Eindrücken ein Theaterstück, eine Geschichte die nicht hätte passieren dürfen.

„Jetzt werden gerade die NSU-Morde aufgerollt – und schon wieder waren Janosch Roloff und das nö-theater schneller und vielleicht sogar gründlicher mit ihrer aufwendig und differenziert recherchierten Produktion. Wenn die Bühne der Wahrheitsfindung näher zu kommen scheint als die Realität, ist das ein seltenes Wunder.“ (aus der Laudatio des Kölner Theaterpreises)

„Kein wohlmeinendes Betroffenheitsstück, sondern kraftvolles, originelles Polittheater. V wie verbal und visuell vielfältig, Verstand versprühend. Vorzüglich!“ (Kölner Stadtanzeiger)

Es spielen: Talke Blaser, Felix Höfner und Asta Nechajute
Inszenierung: Janosch Roloff

Freitag, 3. Mai 2013 / 19:00 Uhr
]pg[ Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstraße 10, 48145 Münster

Eintritt: 8 Euro, Ermäßigt: 4 Euro

Eine Kooperationsveranstaltung der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland, des Jugendzentrums im Paul-Gerhardt-Haus und der Theater-Mafia, unterstützt durch den AStA der FH Münster.

Nazi-Terror und Geheimdienst-Skandal

Am Mittwoch den 07.11.2012 war Katharina König, die als Thüringische Landtagsabgeordnete der LINKEN im dortigen NSU Untersuchungsauschuss sitzt, zu Gast in Münster. Sie berichtete in ihrem Vortrag „Nazi-Terror und Geheimdienst-Skandal“ über die Thüringer Naziszene aus der Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhard stammten, als auch über die „Aufarbeitung“ der NSU Mordserie sowohl in den Untersuchungsausschüssen als auch in der Jena Stadtgesellschaft.

Den Mitschnitt der Veranstaltung könnt ihr hier nach hören:

Searchlight im März: Rechtsterrorismus

“Kein 10. Opfer!”? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates.

Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und „rassische“ GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische „Nationale Widerstand“ heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die „Volksfeinde ins Visier“ und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar. Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht.

Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des „Rechtsterrorismus“ beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex „NSU“ Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.

mit ReferentInnen des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum e.V. (apabiz) aus Berlin.

Donnerstag, 22. März 2012 // 20.00 Uhr
Club Courage // Friedensstraße 42 // Münster

Die VeranstalterInnen behalten sich vor Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Searchlight im Janaur

Rechtspopulismus in Skandinavien

Rückblick und Bestandsaufnahme sechs Monate nach dem Massenmord in Norwegen

Die Brutalität und Kaltblütigkeit, mit der das Attentat in Norwegen im Juli 2011 durchgeführt wurde, hat in der ganzen Welt für Aufsehen gesorgt. Dass der Attentäter norwegischer Abstammung ist, hat die klassischen Erklärungsmuster für Terrorismus zudem völlig auf den Kopf gestellt, nutzlos gemacht und viele neue Fragen aufgeworfen. Bei der Suche nach Motiven und Ursachen geriet zunehmend der sich in Europa immer mehr ausbreitende Rechtspopulismus in den Fokus der Betrachtung.
Der Vortrag geht mit Schwerpunkt auf Norwegen und Dänemark auf die Entwicklungen des Rechtspopulismus in den skandinavischen Ländern ein.

Hat der Rechtspopulismus eine (Mit-)Schuld an dem Massaker in Norwegen? Eingegangen wird auch auf länderspezifische Unterschiede und darauf, wie in den rechtspopulistischen Parteien auf den Anschlag reagiert und welche Konsequenzen gezogen wurden. Last but noch least stellt sich auch die Frage, wieso rechtspopulistische Parteien in den skandinavischen Ländern deutlich erfolgreicher sind als in Deutschland.

Der Referent, Torben Johannsen, ist Auslandskorrespondent für Skandinavien des Antifaschistischen Infoblattes (aib) und lebt in Dänemark. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.

Donnerstag, 26. Januar 2012 / 19.00 Uhr (!)
Club Courage / Friedensstraße 42 / Münster

Eine Veranstaltung der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland in Kooperation mit der Antifaschistischen Linken Münster.

Searchlight im November

»Autonomie ist unser Widerstand«

Der zapatistische Aufstand in Chiapas/Mexiko und seine Auswirkungen auf die linke Bewegung in Europa

Warum begannen am 1. Januar 1994 Zehntausende indigene Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die sich nach dem Revolutionsgeneral Emiliano Zapata ‘Zapatistas’ nennen, im südmexikanischen Chiapas ihre Rebellion? Wie konnte es gelingen autonome Parallelstrukturen zum repressiven mexikanischen Staat aufzubauen? Welche Initiativen haben sie gestartet, um ihre Rebellion unter dem Motto ‘Alles für Alle!’ auszuweiten? Und wieso erfahren sie so viel solidarische Unterstützung in Mexiko und auf globalem Niveau?
Die Info-Veranstaltung, die in Kooperation mit der Gruppe B.A.S.T.A. stattfindet, thematisiert die facettenreiche soziale Bewegung der Zapatistas. Der Aufstand von 1994 hatte einen erheblichen Einfluss auf die europäische und deutsche Linke. Ebenso wie die Geschichte der zapatistischen Bewegung soll demnach auch deren Auswirkung und Inspiration auf emanzipatorische Bewegungen weltweit und vor allem in Deutschland durch ihre undogmatische linke Politik aufgezeigt werden.

24. November 2011
20.00 Uhr

Club Courage / Friedensstraße 42 / Münster